Register
-> Gamle
-> Skagenkaien
-> Ovre Homegate
-> Stavanger Cathedral
Stavanger ist eine Stadt im Südwesten Norwegens und zählt zu den wichtigsten Städten des Landes, besonders im Bereich Öl- und Energieindustrie. Sie liegt direkt an der Küste und ist von Fjorden, Inseln und Meer geprägt, was der Stadt eine sehr abwechslungsreiche Landschaft gibt. Stavanger ist bekannt für seine gut erhaltene Altstadt, bestehend aus vielen weißen Holzhäusern. Diese Gegend heißt „Gamle Stavanger“ und gehört zu den schönsten historischen Stadtvierteln Norwegens. Die kleinen Gassen und Häuser stammen teilweise aus dem 18. und 19. Jahrhundert und geben einen guten Eindruck davon, wie die Stadt früher aussah. Ein weiteres Highlight in der Region ist die berühmte Felsplattform Preikestolen (auch „Pulpit Rock“ genannt). Sie liegt in der Nähe von Stavanger und bietet einen spektakulären Blick über den Lysefjord. Der Aufstieg dorthin ist eine der bekanntesten Wanderungen in Norwegen. Die Stadt selbst ist modern und gleichzeitig sehr lebendig, mit vielen Museen, Cafés und einer starken Verbindung zur maritimen Wirtschaft. Besonders die Ölindustrie hat Stavanger in den letzten Jahrzehnten stark geprägt und zu einer der wohlhabendsten Städte Norwegens gemacht. Stavanger gilt oft als „Ölhauptstadt Norwegens“, aber gleichzeitig liegt direkt vor der Stadt eine der ältesten Holzhaus-Siedlungen Europas, also ein spannender Mix aus Tradition und moderner Industrie.
Wir schauen aus dem Fenster, als wir grade vom offenen Meer in den Fjord einbiegen. Hier ist es deutlich wärmer, und die Sonne scheint. Kleine Ortschaften ziehen an uns vorbei, während wir es uns auf dem Balkon gemütlich gemacht haben. Auch an dem riesigen Kranschiff Saipem 7000 fahren wir vorbei. Es hat vor ein paar Tagen vor Stavanger Havarie erlitten und ist seit dem kaputt.
Im Hafen tauchen immer mehr kleine Holzhäuser auf. Wir können über den ganzen Ort schauen, weil sich die AIDANova einmal komplett dreht. Wir haben zum Glück schon gefrühstückt, weshalb wir direkt nach Freigabe des Schiffes an Land gehen.
Der Lysefjord erhielt seinen Namen von den hellen Granitbergen, die ihn umgeben. Das Wort , Lyse' bezieht sich auf die Farbe der hellen Gesteinsformationen, die die Landschaft entlang der Fjordseiten dominieren.
Wir haben uns spontan für eine 2,5 Stündige Bootsfahrt zum Lysefjord entschieden. Das Boot liegt direkt neben unserem Schiff. Wir ergattern Plätze im Inneren, was echt ein Glücksgriff ist, denn wir können uns frei im Schiff bewegen, während die anderen oben ihre Plätze in der Kälte hüten. Wir fahren durch den Hafen und unter einer Brücke durch, erst dann geben wir richtig Gas. Vorbei an kleinen Inseln und süßen Häusern geht es immer weiter auf den Hogsfjord hinaus. Als erstes kommen wir am Tingholmen vorbei. Es handelt sich um Norwegens erste nationale Versammlung, die hier im Jahre 998 abgehalten wurde.
Wir kommen dem Lysefjord immer näher. Die schroffen Felsen nehmen immer mehr ab und jetzt wechseln sich Wälder mit grünen Wiesen ab. Wir sind in Adnoy angekommen. Diese Gegend ist bekannt für seine wunderschöne Landschaft mit grünen Hügeln, Anhöhen und Bauernhöfen. Die Insel ist relativ groß im Vergleich zu anderen Inseln im Fjord und hat eine kleine ständige Bevölkerung, die seit Generationen von Landwirtschaft und Fischerei lebt.
Wir biegen jetzt endlich in den Lysefjord ein und fahren unter der einzigen Brücke des Fjordes durch. Er ist 42 Kilometer lang und ist berühmt für seine dramatische Landschaft mit hohen Bergen und steilen Klippen, die bis zu 1000 Meter ins Was- ser hinabstürzen. Seine spektakuläre Natur macht ihn zu einem beliebten Ziel für Touristen weltweit.
Wir sind schnell unterwegs, aber die Ribboats donnern mindestens doppelt so schnell an uns vorbei. Das macht bei diesen Temperaturen sicherlich keinen Spaß. Wärmeanzug hin oder her. Einige Fischer sitzen in ihren Booten in Ufernähe und schauen verärgert auf diese Boote, da sie ordentlich Wellen machen. Wir kommen auch an der einzigen Insel des Fjordes vorbei und gelangen schließlich zum nächsten Highlight der Route.
Dem 6. Fantahålå. Fantahala ist eine kleine Höhle, versteckt in den steilen Felswänden. Der Name bedeutet Vagabundenhöhle und stammt von Geschichten über Piraten, die hier im 19. Jahrhundert Schutz suchten. Als die Polizei sie fassen wollte, warfen sie Steine auf sie. Die abgeschiedene Lage machte sie zu einem idealen Versteck.
Wir kommen unserem Tagesziel immer näher. Dem Preikestolen.
Preikestolen, auch bekannt als ,Kanzel-Fels', ist eine der bekanntesten Naturattraktionen Norwegens. Diese beeindruckende Felsformation erhebt sich 604 Meter über dem Lysefjord und bietet von oben atemberaubende Panoramablicke. Die 25x25 Meter große, flache Ebene ist der ideale Ort, um die dramatische Fjordlandschaft und Um- gebung zu genießen. Wir haben uns aber gegen einen Ausflug entschieden, denn wenn man mal Bilder anschaut, sieht man, wie viele Menschen hier oben unterwegs sind. Das macht dann auch keinen Spaß. Aber von hier unten ist dieser Felsen auch wirklich beeindruckend. Das Boot dreht sich einmal im Kreis, damit alle Leute etwas sehen können und was uns tolle Blicke in den Fjord beschert.
Direkt neben diesem bekannten Felsen, befindet sich der Hengjanefossen. Dieser Wasserfall ist einer der beeindruckendsten Fälle am Lysefjord. Leider führt er akutell nicht so viel Wasser, wie zur Schmelzzeit, aber es ist trotzdem ein toller Anblick. Auch hier dreht sich das Boot einmal im Kreis. An dieser Stelle erzählt die Ansage im Schiff noch eine tolle Legende, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.
Nämlich die von Heinrich und Sikke. Sie handelt von einem deutschen Mann namens Heinrich, der vor langer Zeit den Lysefiord besuchte und dort die schöne Einheimische Sikke traf. Sie verliebten sich am Hengjanefossen, aber ihre Beziehung stieß auf Widerstand bei den Einheimischen. Heinrich hatte noch ein anderes Geheimnis. Er produzierte illegal Alkohol am Hengjanefossen und nutzte das klare Wasser des Wasserfalls für seine Herstellung. Während seine Beziehung zu Sikke aufblühte, wurden die Einheimischen misstrauisch, sowohl wegen seiner Aktivitäten, als auch wegen seines Interesses an Sikke. Die Geschichte endet geheimnisvoll. Einige sagen, Heinrich musste fliehen, während andere behaupten, er blieb. Die Liebesgeschichte von Heinrich und Sikke lebt am Wasserfall weiter.
Wir laufen wieder im Hafen ein und beginnen unser ursprünglich geplantes Programm. Nämlich eine Sightseeingrunde zu Fuß. Wir starten in einigen Souvenirshops und gelangen dann in das Altstadtvirtel Gamle, welches direkt gegenüber unseres Hafenterminals liegt. Es ist ein malerisches Viertel mit über 170 weißen Holzhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die an der Westseite des Hafens Vågen liegen. Es gilt als eine der am besten erhaltenen Holzhaussiedlungen Nordeuropas, ist heute ein belebtes Wohngebiet mit Galerien und beherbergt das Norwegische Konservenmuseum.
Uns gefällt es hier sehr gut, weil die Häuser einen tollen Kontrast zu den modernen Glasbauten bilden. Von hier laufen wir zum Skagenkaien, welchen den Hafen einmal umfasst. Von hier hat man nicht nur einen tollen Blick auf die AIDANova, sondern auch auf die vielen bunten Holzhäuser, in denen Cafes und Bars angesiedelt sind. Ebenfalls befindet sich hier ein altes Museumsschiff, welches mich total an die Titanic erinnert. Hier ist es aber auch super windig, weshalb wir uns doch wieder Mütze und Jacke anziehen müssen. Mist, ich dachte damit sind wir jetzt durch.
Wir biegen in die Stadt ab. Viele Holzhäuser in unterschiedlichen Größen, Farben und Formen sind hier zu finden. Aber wir wollen zu einer bestimmten Gasse, nämlich der Ovren Holmgate. Die Renaissance des Viertels begann 2005, als der engagierte Friseur Tom Kjørsvik die Idee hatte, die Straße einmalig zu machen. Er wollte der etwas heruntergekommenen abseitsliegenden Straße neues Leben einhauchen. Die Verwandlung der Straße sollte länger dauern als geplant, aber nach vier Jahren Arbeit war es endleich soweit: Alle Häuser der Øvre Holmegate leuchteten einladend in verschiedenen Farben.
Uns gefällt diese kleine Gasse richtig gut und wir haben echt Glück, denn sonst platzt diese Straße aus allen Nähten. Heute ist kaum etwas los. Nur ein paar Touristen schauen sich diese Gasse an und Einheimische sitzen in den Restaurants und Cafes. Deshalb duftet es hier auch überall sehr gut. Aber irgendwie immer nach Asiatisch. Komisch.
Am Schluss schauen wir uns noch eine Kirche von außen an, die an einem kleinen Teich liegt. Hier sind viele Schwäne und Enten unterwegs. Aber jetzt tun mir die Beine weh und ich bin echt müde, weshalb wir zurück zum Schiff gehen.
juleundsocke_auf_reisen
juleschwabphotography
