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Valencia, Spaniens drittgrößte Stadt, ist bekannt für ihre reiche Geschichte (Römer, Araber), die futuristische Stadt der Künste und Wissenschaften mit Europas größtem Aquarium (Oceanogràfic), den 10 km langen Turia-Park (ehemaliges Flussbett), die UNESCO-Welterbe-Seidenbörse (Lonja de la Seda) und das spektakuläre Fallas-Fest mit riesigen Holzfiguren, die verbrannt werden. Sie gilt als Geburtsort der Paella, bietet viele Sonnentage und ist eine grüne, entspannte Stadt am Meer.
Wir werden vom Gebimmel und Geschepper des angrenzenden Containerhafens unsanft geweckt. Neben uns liegt schon die MSC Orchestria. Da wir heute viel vor und wenig Zeit haben, machen wir uns schnell fertig und verlassen nach dem Frühstück das Schiff. Über eine lange Gangway geht es zum Kreuzfahrt-Terminal und von dort zum öffentlichen Bus. Es gibt zwar auch ein AIDA-Shuttle, aber der Bus hält direkt am Hafeneingang, ist mit 2 Euro viel billiger und auch super ausgeschildert.
Aus dem Bus können wir schon einen ersten Blick auf die Stadt der Künste und Wissenschaften erhaschen. Aber dazu später mehr. Wir werden an einer Haltestelle nahe der Innenstadt rausgeworfen. Hier kann man schon viele tolle Gebäude und Brücken erkennen. Auch das ausgetrocknete Flussbett ist in der Nähe, aber dazu später mehr.
Wir lassen uns durch die Stadt treiben. Auch hier fällt wieder auf, wie sauber und modern Valencia ist. Diese Stadt scheint echt Kohle zu haben. Wir gehen vorbei an vielen Geschäften, alten, prunkvollen Gebäuden und einer Eislaufbahn. Jap richtig gehört. Eislaufbahn bei 20° C. Muss das sein? Ich denke nicht. Hier gibt es viele belebte Plätze, die von kleinen Cafés umrahmt werden. Wir kommen auch an einigen Kirchen vorbei, die leider allesamt Eintritt kosten. Lange halten wir uns aber nirgendwo auf, denn wir haben einen straffen Zeitplan.
Was natürlich auch nicht fehlen darf, ist der lokale Markt. Er ist der größte Markt für frische Lebensmittel in Europa und eines der wichtigsten Orte in Valencia. Er ist über 8.000 Quadratmeter groß und befindet sich in einem sehr schönen und auffälligen Gebäude.
Das Marktgebäude ist reich verziert und zeigt viele Bezüge zu den landwirtschaftlichen Produkten aus der Region Valencia. Die Konstruktion besteht aus eisernen Säulen, die an den Eiffelturm erinnern. Außerdem ist das Gebäude mit bunten Kacheln und Glasfenstern geschmückt, was es zu einer besonderen Sehenswürdigkeit macht.
Im Inneren gibt es mehr als 250 Marktstände. Dort werden viele frische Lebensmittel verkauft, vor allem Obst und Gemüse wie Orangen, Tomaten und Bohnen. Außerdem findet man Fleisch, Käse, Fisch und Meeresfrüchte, sogar lebende Aale. Ergänzt wird das Angebot durch Gewürze, Trockenfrüchte und viele weitere regionale Produkte.
Von hier geht es für uns zum Jardin del Turia. Auch auf diesem Weg gibt es wieder viel zu entdecken.
Die Jardín del Turia-Gärten sind ein sehr großer Park mitten in Valencia und über 9 Kilometer lang. Sie liegen im früheren Flussbett des Turia. Heute ist der Park ein beliebter Ort zum Spazierengehen, Sporttreiben und Entspannen für Familien, Läufer, Radfahrer und Naturliebhaber.
Früher floss der Turia-Fluss durch die Stadt und verursachte oft Überschwemmungen. Die schlimmste war am 14. Oktober 1957, als große Teile Valencias unter Wasser standen und viele Häuser zerstört wurden. Danach wurde der Fluss südlich der Stadt umgeleitet, um weitere Überschwemmungen zu verhindern. Das alte Flussbett blieb frei und wurde später in einen Park umgewandelt, der 1986 eröffnet wurde.
Heute verbindet der Park den Parque de Cabecera mit der Stadt der Künste und Wissenschaften. 18 Brücken führen über ihn hinweg und erinnern an die lange Geschichte Valencias. Eine besondere Attraktion ist der Gulliver-Park, eine riesige Figur mit Rutschen, auf der Kinder spielen und klettern können.
Wir nutzen 2km dieses Parks, um zu der Stadt der Künste und Wissenschaften zu kommen. Hier gefällt es uns sehr gut, denn die Stille ist schon herrlich, wenn man so viele Tage Trubel hinter sich hat. Es sind auch super viele Jogger und Hunde unterwegs, und sogar eine Yoga-Gruppe hat sich in den Park geschlichen und übt jetzt hier.
Wir begegnen auch wieder ganz vielen Orangenbäumen. Leider sind die Früchte chemisch Behandelt und deshalb leider ungenießbar. Wir hatten uns schon gewundert, dass sie niemand pflückt. Aber duften tun sie wirklich gut.
Wir kommen an unserem Tagesziel an. Die Stadt der Künste und Wissenschaften ist ein moderner Kultur,- Wissenschafts- und Freizeitkomplex in Valencia. Sie gilt als eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt und liegt im ehemaligen Flussbett des Turia. Die Anlage ist besonders für ihre außergewöhnliche futuristische Architektur bekannt.
Entworfen wurde der Komplex von den spanischen Architekten Santiago Calatrava und Félix Candela. Die offizielle Eröffnung fand am 16. April 1998 mit dem Bauwerk L’Hemisfèric statt. Seitdem wurde die Anlage schrittweise erweitert.
Der Komplex besteht aus mehreren beeindruckenden Gebäuden, die Kultur, Kunst und Wissenschaft miteinander verbinden. Dazu gehören unter anderem Museen, Ausstellungsräume und Gebäude für Veranstaltungen. Die Bauwerke sind von Wasserflächen und Grünanlagen umgeben, was die moderne Architektur noch stärker hervorhebt.
Während der spanischen Wirtschaftskrise geriet die Region Valencia in große finanzielle Schwierigkeiten. Im Jahr 2012 musste sie ihre Zahlungsunfähigkeit erklären. In dieser Zeit wurden einige Gebäude der Anlage geschlossen und Teile des Personals entlassen.
Wir schlendern vorbei an großen Wasserflächen, einem kleinen Weihnachtsmarkt und durch den Botanischen Garten, in dem jede Menge Papageien unterwegs sind.
Von hier geht es zurück zum Schiff.
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