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-> Pico do Arieiro
-> Santo de Serra
-> Portela
-> Port da Cruz
-> Machico
-> Christusstatue Garajau
Aufgrund eines medizinischen Notfalls an Bord haben wir unseren Seetag verkürzt und legen schon am Vorabend in Madeira an. Gegen 21 Uhr gehen wir an Deck, und die Lichter Funchals sind schon in Sicht. Da wir aber volle Kraft voraus fahren, ist es hier oben wirklich windig, weshalb wir uns entscheiden, dass restliche Einlaufen von unserem Balkon und dick eingepackt zu beobachten. Wir kommen Madeira immer näher, und gegen 22 Uhr laufen wir dann auch im Hafen ein. Als der Kapitän Vincent Cofalka dann den Suchscheinwerfen anmacht, freue ich mich riesig. Denn das bedeutet, dass Inacio Freitas am Hafen ist. Doch wer ist das, fragt ihr euch jetzt sicher. Incaio ist der größte AIDA Fan, den es überhaupt gibt. Er hat alle seine Hunde nach AIDA Schiffen benannt und begrüßt bzw. verabschiedet jede AIDA, die in Madeira ist. Er wird auch ab und zu aufs Schiff eingeladen, wenn ein Overnight ist, und eine Reise durfte er wohl auch machen.
Er hat dann immer große Fahnen oder eine riesige Hand dabei und ruft ganz laut, "Willkommen" oder "Auf Wiedersehen". Sowohl hin als auch zurück, wurde er mit Jubel und Applaus belohnt. Ich hatte befürchtet, dass er nicht mitbekommen haben könnte, dass wir schon früher einlaufen, aber er hat bestimmt einen guten Draht zur Brücke. Er ist ein absoluter Ehrenmann.
Wir haben außerdem den Luxus, dass wir heute Abend schon von Bord gehen können, und viele nehmen das auch an, aber wir sind einfach nur müde, und der Weg in die Stadt ist weit, weshalb wir uns lieber früh aufs Ohr hauen, denn morgen soll es sehr anstrengend werden.
Generell für den Ausflug MAD06 5 von 5 Rabensocken.
Der Pico do Arieiro ist mit 1.818 Metern der dritthöchste Gipfel Madeiras und dank einer Straße leicht erreichbar, was ihn zu einem beliebten Aussichtspunkt macht. Entstanden aus vulkanischer Aktivität, war er früher nur für Hirten zugänglich, bevor Wanderwege zum benachbarten Pico Ruivo angelegt wurden. Heute ist er bekannt für spektakuläre Sonnenaufgänge, Wanderungen über beeindruckende Grate und die oft über den Wolken liegende Aussicht.
Bereits um 8 Uhr klingelt der Wecker, denn wir haben ausnahmsweise einen Ausflug gebucht. Wir sind eigentlich nicht so die Ausflugsmenschen und sind eigentlich lieber individuell unterwegs, aber da die Seilbahn aktuell wegen Renovierungsarbeiten gesperrt ist, haben wir uns doch für einen Ausflug entschieden. "Das beste von..." ist immer eine gute Möglichkeit, die Insel oder die Stadt zu erkunden und sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.
Als wir nach dem Frühstück das Schiff verlassen, ist der erste Ausflugsbus schon voll, obwohl wir noch 10 Minuten bis zum Start Zeit haben. Zunächst ärgert uns das, aber im Nachhinein stellt sich das als absoluter Glücksgriff raus. Denn einige Minuten später kommt ein Kleinbus mit etwa 15 Sitzen angezuckelt und hält vor uns an. So haben wir eine kleine, aber feine Privattour. Und der Bus ist nicht mal voll besetzt, so dass wir maximal 12 Leute sind.
Als Erstes wollen wir zum Pico do Arieiro. Wir folgen den endlosen Kurven durch Madeira und gewinnen so immer weiter an Höhe. Die Häuser werden größer und immer rarer, ehe wir Funchal ganz verlassen und durch einen wunderschönen Wald fahren. Wälder, so wie wir sie kennen, sind auf den Kanaren eine Seltenheit, doch hier kann man sie überall finden. Uns gefällt das wirklich gut. Schafe und Ziegen laufen immer wieder über die Straße oder grasen am Seitenstreifen. Während dann auch die Bäume immer weiter abnehmen und die Berge sich ihr Terrain zurückerobern, erzählt uns unsere Führerin etwas über die Insel.
Madeira wurde im 15 Jahrhundert durch portugiesische Seefahrer entdeckt, die hier Schutz vor einem heftigen Sturm suchten. Sie mussten mehrere Wochen ausharren und verliebten sich sofort in die Insel. Sie segelten zurück nach Portugal und berichteten von der Insel. Mit Samen und einigen Werkzeugen kamen sie zurück und errichteten eine erste Siedlung. Vor allem Weizen und Zuckerrohr wird hier angebaut, was auch zu großen Teilen aufs Festland verkauft wird. Auch sehr viel Obst wie Bananen und Papayas wachsen hier.
Wir kommen dem Aussichtspunkt immer näher, und uns wird weiter erklärt, dass hier Dingsda wachsen würde. Auf Nachfrage stellt sich heraus, dass sie Ginster meint.
Was sich für uns ganz gut anbietet ist, dass die Ausflugsbusse bis zum Aussichtspunkt hochfahren dürfen, wohingegen die Autos auf einem großen Parkplatz unterhalb parken und noch einen etwa 1km langen Fußmarsch bergauf bezwingen müssen. Teilweise über die enge Straße, teilweise über Treppen.
Oben angekommen, bietet sich ein wundervoller 360° Rundumblick. Hier gibt es auch ein kleines Restaurant mit Souvenirshop und Toiletten (1 Euro Nutzungsgebühr). Von hier starten auch einige Wanderwege, für die man sich aber mittels QR Code ein Ticket lösen muss. Unsere Führerin betont mehrfach, dass wir sehr viel Glück mit dem Wetter haben, da die Sonne scheint und keine Wolken zu sehen sind. Spoilerwarnung: Bereits einige Stunden später würden dicke Nebelwolken bis fast ins Tal hängen.
Wir haben hier eine halbe Stunde Zeit, was absolut ausreichend ist. Wir genießen die Aussicht und machen ein paar Fotos.
5 von 5 Rabensocken. Die Geschichte der Quinta do Santo da Serra beginnt im späten 19. Jahrhundert, als die britische Weinhändlerfamilie Blandy das Anwesen im englischen Kolonialstil als Sommerresidenz errichten ließ. Die Familie nutzte den Park nicht nur zur Erholung, sondern auch strategisch. Vom heute noch existierenden Aussichtspunkt Miradouro dos Ingleses beobachteten sie den Schiffsverkehr im Osten der Insel, um Handelsschiffe frühzeitig in Funchal in Empfang nehmen zu können. Über Jahrzehnte legten die Blandys eine beeindruckende Sammlung aus Kamelien, Azaleen und Rhododendren an, die sich ideal an das feuchte Klima des Hochplateaus anpassten. Mit der Nelkenrevolution änderte sich die Bestimmung des Anwesens grundlegend. Im Jahr 1975 wurde es von der Regierung erworben, in „Quinta da Junta“ umbenannt und diente fortan als offizielle Ferienresidenz des Präsidenten. Heute ist der Park ein öffentlicher Erholungsraum, der neben seinen vielen verschiedenen Pflanzen auch einen kleinen Zoo beheimatet.
Unser Weg führt uns immer weiter bergab, bis wir wieder im Wald sind. Von hier fahren wir durch kleine Bergdörfchen. Nach circa 30 Minuten Fahrt hält der Bus auf einem Parkplatz an einer kleinen Hauptstraße. Wir sind in Santo de Serra angekommen. Genauer gesagt, im Garten "Quinta da Junta". Dieses wundervolle Fleckchen Erde kann man ganz kostenfrei besuchen, und das lohnt sich wirklich. Direkt werden wir von dem Pfeifen der Vögel, dem Rauschen des Windes und der Friedlichkeit eingeholt, weshalb wir direkt eine innere Ruhe spüren. Das tut wirklich gut nach so vielen Tagen Trubel und Stress.
Wir laufen vorbei an vielen Rosen, Kamelien und Rhododendren, die in hübschen Beeten angelegt sind. Gärtner werkeln fleißig vor sich hin und machen alles schön für den anstehenden Frühling. Die Beete verschwinden, und wir gelangen immer weiter in den Wald. Leicht bergab führt uns ein breiter Waldweg zu einem Aussichtspunkt. Die Aussicht wirkt auf mich abenteuerlich und dschungelmäßig. Im Nachhinein betrachtet ist das hier für mich der schönste Ausblick des Tages.
Wir halten uns aber nur kurz auf, denn wir haben heute noch viel vor. Die Zeit reicht aber locker, dass alle Fotos machen können. Wir gehen auf dem Weg weiter, der jetzt leicht bergan führt. Unsere Führerin zeigt uns eine kleine Beere und sagt, dass wir daran riechen sollen. Es handelt sich um eine Beere vom Eukalyptus Baum. Wenn man daran reibt, riecht man direkt die ätherischen Öle. Wir sind schon fast am Ausgang, als wir zu einem kleinen Zoo kommen. Hier wohnen Pfauen, Rehe und Pferde in wirklich schönen Gehegen.
3 von 5 Rabensocken. Während wir super steile Straßen hinabdüsen, bewundern wir die wunderschön gelegenen Dörfchen und lauschen den Infos über Madeira. Wir bekommen erzählt, dass das meiste Wasser der Insel in Levadas aus dem Norden transportiert wird. Levadas sind offene Wasserkanäle aus Stein. Im Norden befinden sich die Lorbeerwälder, welche viel Wasser speichern. Hier befinden sich auch mal abgesehen vom Gebirge, die meisten Wanderwege. Wie eben schon erwähnt, wird hier auf Madeira viel Weizen und Zuckerrohr angebaut. Letzteres benötigt man zum Herstellen von Rum, was im Nationalgetränk Poncha enthalten ist. Dieses besteht aus Orangen- oder Zitronensaft, Honig und 50% Rum. Auch Wein hat hier 17%. Oft werden Lupinien dazu gereicht statt Erdnüssen. Diese schmecken ähnlich salzig und irgendwie lecker.
Und jetzt haben wir die Chance, Poncha zu probieren. Als nicht Alkohol Trinker verzichte ich aber darauf. Eine Lupinie probiere ich dann aber doch. Vorher schauen wir uns aber einen kleinen nahegelegenen Aussichtspunkt an, an dem auch ein Stand mit Obst und lokalen Spezialitäten steht. Hier sind auch viele Eidechsen unterwegs, die sich schon die ersten Sonnenstrahlen abholen.
Jetzt geht es aber in eine Art Kneipe, in der der Wirt offensichtlich viel zu tun hat, denn es sind noch 2 weitere Busse da. Er hat aber schon auf uns gewartet, denn Poncha muss man frisch trinken, und unsere Führerin hat rechtzeitig angerufen.
5 von 5 Rabensocken. Porto da Cruz ist eines der ältesten Dörfer an der Nordküste von Madeira und verdankt seinen Namen einem Holzkreuz, das frühe portugiesische Entdecker an der Küste errichteten. Seit dem 16. Jahrhundert spielte der Ort eine bedeutende Rolle im Zuckerrohranbau, dem sogenannten „weißen Gold“. Bis heute wird diese Tradition in der 1927 gegründeten Fabrik Engenhos do Norte lebendig gehalten, wo noch mit historischen Dampfmaschinen gearbeitet wird. Heute ist hier ein kostenloses Museum. Der markante, 580 Meter hohe Adlerfelsen prägt das Landschaftsbild. Das Dorf gilt als Hotspot für Trailrunner und ist für seinen trockenen Rotwein bekannt. Moderne Meerwasserschwimmbäder, beliebte Surfspots sowie die Ruinen einer Festung aus dem Jahr 1793 runden das vielfältige Bild des traditionsreichen Küstenortes ab.
Unser Bus bahnt sich immer weiter seinen Weg über die Serpentinen hinunter ins Tal. Genauer gesagt Port da Cruz. Hier befindet sich eine alte Rumfabrik, die heute ein kostenloses Museum mit angrenzendem Shop beherbergt. Hier wurde früher mittels Dampfmaschinen das Zuckerrohr ausgepresst und destilliert, so dass durch verschiedene Prozesse Rum entstand. Wir haben hier 30 Minuten Zeit, alles zu erkunden, und hier hätten wir uns über mehr Freizeit gefreut, denn es gibt viel zu entdecken. Im Museum halten wir uns nur etwa 5 Minuten auf, weil es nicht sehr groß ist und es so gut wie keine Infotafeln gibt. Aber die riesigen Maschinen sind trotzdem interessant anzusehen. Wir laufen weiter auf der kleinen Straße und gelangen zu einer kleinen Bucht, die wirklich malerisch wirkt. Einige Surfer sitzen im Wasser auf ihren Boards und warten auf die nächste gute Welle. Der Adlerfelsen ragt steil vor uns hinauf und rundet die traumhafte Kulisse ab. Die Sonne scheint warm und wir genießen die Atmosphäre.
2 von 5 Rabensocken. Machico gilt als historischer Ausgangspunkt der Besiedlung Madeiras: 1419 gingen hier João Gonçalves Zarco und Tristão Vaz Teixeira an Land. Einer Legende zufolge suchten jedoch schon im 14. Jahrhundert die Engländer Anne von Arfet und der Ritter Robert Machim hier Zuflucht, nach ihm soll der Ort benannt sein. Heute zählt der Kreis etwa 20.000 Einwohner auf 68 km² und ist somit die zweitgrößte Stadt Madeiras. Wer hier aber Stadtflair sucht, ist ganz falsch. Ich finde diesen Stopp auch eher unnötig, weil es nicht viel zu sehen gibt und wir ohnehin kaum Zeit haben. Wir spazieren durch eine kleine Gasse und gelangen auf einen Marktplatz, auf dem das Rathaus und eine kleine Kirche stehen. Hier haben wir 10 Minuten Zeit, uns alles anzuschauen, ehe es wieder zurück in den Bus geht. Da grade Karneval ist, kann ich mir die Anspielung auf einen Elferrat in der Kirche natürlich nicht entgehen lassen. Was hier aber auffällt, ist der Boden vor der Kirche. Dieser ist mit abertausenden kleinen Steinen gepflastert. Das war bestimmt eine Heidenarbeit damals.
5 von 5 Rabensocken. Die Statue Cristo Rei do Garajau wurde 1927 an der Ponta do Garajau nahe Caniço errichtet und ist damit älter als der berühmte Cristo Redentor in Brasilien. Sie wurde vom französischen Bildhauer Georges Serraz im Auftrag von Aires de Ornelas geschaffen und zeigt Christus mit ausgebreiteten Armen, schützend auf den Atlantik blickend. Mit ihrer markanten braunen Farbe und der erhöhten Lage auf den Klippen ist sie heute ein beliebtes Ausflugsziel. Unterhalb der Statue befindet sich zudem ein Meeresschutzgebiet, das besonders bei Tauchern bekannt ist.
Wir kommen unserem letzten Reise Stopp des Tages immer näher. Doch bevor wir dort ankommen, kommen wir am Flughafen Christiano Ronaldo vorbei. Er ist bekannt für seine schwierigen Anflüge und starken Scherwinde, die eine Landung oft unmöglich machen. Was wahrscheinlich seinen Teil dazu beiträgt ist, dass die Landebahn auf hohe Stelzen ins Wasser gebaut wurde, direkt vor die steilen Felswände. Für mich als Planespotter ist das natürlich ein spannendes Thema.
Wir kommen der Christusstaue immer näher. Diese steht in einem Wohngebiet, in dem sich reiche Menschen von überall auf der Erde niederlassen. Und das schlägt sich auch im Baustil wieder, denn wir erkennen immer wieder Häuser im europäischen Stil, oder sogar Holzhäuser. Der Bus hält auf einem kleinen Parkplatz, und wir steigen aus. Auch hier haben wir 30 Minuten Zeit, was absolut ausreichend ist. Bereits hier haben wir spektakuläre Ausblicke über das Meer und sogar bis nach Funchal, wo unsere AIDACosma liegt. Mittlerweile merke ich die Sonne sehr und die unzähligen Treppen machen die Sache auch nicht besser. Aus diesem Grund bleibe ich bei der Hälfte auf einer Bank sitzen und schicke Andy alleine nach unten. Das war im Nachhinein betrachtet auch wirklich gut, denn als ich die Treppen wieder oben war, hätte ich mehr als nur ein Sauerstoffzelt gebraucht. Aber es hat sich gelohnt, denn von hier unten hat man einen tollen Blick auf die Statue und die Klippen.
Müde und wirklich froh geht es dann zurück aufs Schiff, wo wir noch einmal Inacio auf Wiedersehen sagen und nach dem Auslaufen zur Silent Disco gehen.
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