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Ålesund ist eine Küstenstadt an der Westküste Norwegens und gilt als eine der schönsten Städte des Landes. Sie liegt auf mehreren Inseln, die durch Brücken und kurze Tunnel miteinander verbunden sind, wodurch die Stadt ein sehr besonderes, fast „inseliges“ Stadtbild bekommt.
Bekannt ist Ålesund vor allem für seine Architektur im Jugendstil. Diese entstand, nachdem die Stadt 1904 durch einen Großbrand fast vollständig zerstört wurde. Grund war eine Petroleumlampe, die in einer Margarinefabrik umgefallen war. Beim Wiederaufbau wurde sie einheitlich gestaltet, was heute für ein sehr harmonisches und einzigartiges Stadtbild sorgt. Deshalb gilt Ålesund als eine der wenigen komplett im Jugendstil wieder aufgebauten Städte Europas. Ein Highlight ist der Aussichtspunkt Aksla. Von dort aus hat man einen tollen Blick über die Stadt, die umliegenden Inseln, Berge und Fjorde. Besonders bei gutem Wetter oder Sonnenuntergang ist der Blick sehr beliebt und ein typisches Ziel für Besucher. Die Stadt lebt stark vom Meer: Fischerei, Schifffahrt und Tourismus spielen eine wichtige Rolle. Viele Reisende nutzen Ålesund auch als Ausgangspunkt, um die berühmten norwegischen Fjorde zu erkunden. Ålesund ist nicht nur schön, sondern auch praktisch aufgebaut, trotz der vielen Inseln ist die Stadt gut vernetzt und wirkt dadurch viel größer und moderner, als man auf den ersten Blick denken würde.
Da die Einfahrt nicht so spektakulär wie bei den anderen Häfen war, habe ich beschlossen, heute mal länger zu schlafen. Denn aktuell ist es noch bis weit nach 22 Uhr und dann schon wieder ab 5 Uhr richtig hell. Als ich um 02:17 Uhr aus dem Fenster geschaut habe, war es aber auch nicht ganz dunkel. Das haut einem den Rythmus schon ordentlich durcheinander.
Als ich dann aus dem Fenster schaue, liegen wir schon im Hafen. Uns gegenüber sind schneebedeckte Berge und alte Frachtschiffe, die richtiges Kanadafeeling aufkommen lassen. Es ist deutlich kühler als in den anderen Häfen, was ja auch logisch ist, denn wir befinden uns am höchsten Punkt unserer Reise. Es ist zwar bedeckt, aber noch trocken. Wir machen uns fertig, gehen frühstücken und verlassen das Schiff. Na toll, jetzt regnet es. Aber dass sollte sich schnell ändern, denn als wir an der Bushaltestelle angekommen sind, gibt es einen ordentlichen Schneesturm. Gut, dass ich heute meine Wanderstiefel auf dem Schiff gelassen habe.
Wir haben noch 10 Minuten Zeit, ehe der Bus kommt, weshalb wir uns den kleinen Fischerhafen anschauen. Hier liegt sogar ein echtes Wikingerschiff. Ganz bestimmt war es echt, man muss nur fest daran glauben.
Das Freilichtmuseum zeigt über 50 originale Gebäude aus der Region Sunnmøre, einige davon stammen aus dem 16. Jahrhundert. Besonders faszinierend sind die traditionellen „Sunnmørsstuer“, robuste Bauernhäuser, die dem rauen Küstenklima trotzen mussten. Ergänzt wird das Gelände durch eine beeindruckende Sammlung historischer Boote, die vom engen Verhältnis der Menschen zum Meer erzählen.
Der Eintritt kostet 11,20 Euro und muss aber nur bezahlt werden, wenn man in die Bootsausstellung und die andere Ausstellung möchte. Die Häuser an sich sind kostenfrei zugänglich. Aber alleine für die Bootsausstellung lohnt es sich.
Wir nehmen die Linie 1 nach Sunnmore. Wenn man die Tickets direkt beim Busfahrer kauft, kosten sie mehr wie online. Also laden wir uns die App herunter. Hier kann man auch auf einer Karte sehen, wo die Busse gerade sind und in wie viel Minuten sie ankommen werden. Das ist wirklich praktisch.
Vorbei an der Uni, tollen Ausblicken und ganz vielen Holzhäusern nähern wir uns immer weiter dem Museum. Leider regnet es noch immer, als wir ankommen. Hier wird auch ordentlich gebaut, weshalb viele Häuser zu oder nicht passierbar sind.
Als erstes gehen wir dann in die Schiffshalle, wo ganz kleine, aber auch riesengroße Holzboote stehen. Diese sind wirklich beeindruckend und lassen einen staunen, wie die Wikinger früher über das Meer gekommen sein müssen.
Das Wetter klart auf, aber eisig ist es trotzdem noch. Wir schlendern an einem kleinen See vorbei, auf dem Gänse schwimmen. Einige Hütten zeigen das Leben von früher. Es gibt ganz alte Häuser, in denen es nur eine Feuerstelle und ganz spartanische Möbel gab, aber auch "modernere" Schulhäuser mit einem Ofen. Circa 45 Minuten später sind wir dann schon durch und treten den Rückweg zur Bushaltestelle an.
Alleine die Anreise zum Atlantikpark ist ein echtes Highlight. Aber was ist der Atlantikpark überhaupt?
Das Atlanterhavsparken in Ålesund zählt zu den größten Meeresaquarien Nordeuropas und ist direkt an der Atlantikküste gelegen. Die Anlage wurde 1998 eröffnet und ist besonders auf die Darstellung der marinen Ökosysteme des Nordatlantiks spezialisiert. Ein zentrales Element ist das große Atlantikbecken, das mehrere Millionen Liter Meerwasser fasst und typische Fischarten wie Kabeljau, Seelachs und Heilbutt zeigt. Neben den Innenanlagen verfügt das Aquarium über Außenbecken mit Seehunden und Humboldt-Pinguinen sowie über naturnahe Gehege, die an die Küstenlandschaft angepasst sind.
Wir steigen leider eine Bushaltestelle zu spät aus, weshalb wir jetzt über statt um den Berg laufen müssen. Rauf schimpfe ich noch wie ein Rohrspatz, aber der Weg bergab ist einfach nur verzaubernd. Das Meer kommt in Sicht, und über einen kleinen Fußweg laufen wir durch eine Art Canyon. Links und rechts ragen steile Felsen in den Himmel.
Wir kommen dem Wasser immer näher, und ständig bleibe ich stehen, weil wieder neue Fernsichten geboten werden.
Angekommen am Aquarium stellen wir fest, dass gar nicht so viel los ist. Die Ausflugsgruppen sind offensichtlich schon weg. Das Aquarium ist nicht besonders groß, weshalb der Preis von ca. 27 Euro pro Person schon etwas hochpreisiger ist, aber dennoch ist es sehr schön. Die Becken sind allesamt sehr groß und artgerecht gestaltet. Ich finde es sehr interessant, welche Tiere in der Nordsee leben und vor allem, wie groß die Fische teilweise sind. Im Atlantikbecken taucht Emily grade und füttert die Fische. Wir können Fragen stellen, die sie uns direkt aus dem Becken beantwortet. Auch wenn ich nichts verstanden habe, war das schon irgendwie cool.
Später durfte Edgar sogar ein Foto mit ihr machen.
Der Außenbereich ist wirklich kalt, denn dieser ist direkt an den Ozean angegliedert, was den Wildlife-Look perfekt macht. Der Nachteil ist aber eben, dass der eisige Wind, ohne Schutz, direkt zu uns zieht. Wir beobachten einige Zeit die Pinguine, Robben und die Otter, ehe wir wieder nach drinnen gehen.
Hier erwartet uns dann eine doch nicht so schöne Überraschung. Ein Raum voller "Anfassbecken". Okay, an sich habe ich nichts gegen solche Becken, wenn alles unter Aufsicht und Rücksichtnahme auf die Tiere passiert. Im Sealife zum Beispiel, durften wir einen Seestern anfassen. Bedingung hier war allerdings, dass man ihn nur ganz vorsichtig und nicht an den Spitzen berührt, da dort die Tastorgane liegen. Hier war zwar ein Guide, dieser hat aber die Leute aktiv animiert, die Seesterne, Seegurken und sogar die Krabben auf die Hand zu nehmen. So haben die Leute die Tiere durch die Gegend getragen und ewig an der Luft gelassen, feste angetatscht und wirklich nicht schön behandelt. So etwas macht mich echt traurig und hat den doch sonst sehr guten Eindruck etwas getrübt.
Zurück laufen wir dann zur richtigen Haltestelle und bewundern nochmal die wunderschöne Natur. Am Hafen angekommen shoppen wir nochmal Schokolade, ehe es zurück aufs Schiff geht. Das Auslaufen ist heute schon um 16:30 Uhr, weshalb wir alles im hellen beobachten können.
juleundsocke_auf_reisen
juleschwabphotography
