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Willkommen in Brüssel, willkommen in der belgischen und europäischen Hauptstadt! Brüssel bildet sowohl das geographische als auch das politische Herzstück der Europäischen Union, das dank seiner strategisch günstigen Lage von Köln, London, Paris und Amsterdam aus mit der Bahn in weniger als zwei Stunden erreichbar ist. Brüssel ist außerdem eine lebendige, kreative und lebensfrohe Stadt, deren besonderer Charme sich manchmal erst auf den zweiten Blick offenbart. Dabei ist Brüssel eine Stadt von der Größe her überschaubar, die man bequem zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Bus, der Straßenbahn oder der U-Bahn erkunden kann. Im Laufe seiner bewegten Geschichte befand sich Belgien bereits unter burgundischer, spanischer, österreichischer, französischer und niederländischer Herrschaft. Heute ist das Land als föderaler Staat mit drei Regionen organisiert: Flandern im Norden, die Wallonie im Süden und mehr oder weniger in der Mitte die Region Brüssel-Hauptstadt. Übrigens gibt es in Belgien auch drei Sprachgemeinschaften: die flämische, die französische und die deutschsprachige. Klingt kompliziert? Ja vielleicht ein bisschen. Und Belgien ist natürlich bekannt für Bier, Schokolade und Comics, die man hier fast an jeder Straßenecke findet.
Heute soll es in die europäische Hauptstadt gehen. Ich bin gespannt, da ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, was wir alles erleben werden. Also packen wir nach dem Frühstück schnell unsere Rucksäcke und machen uns auf den 10 minütigen Fußweg zum Auto. Wir haben jetzt ungefähr 90 Minuten Fahrt vor uns, die aber sehr schnell vergehen. Vorbei an Kühen, Schafen, Pferden und jede Menge Feldern kommen wir der Stadt immer näher. Das merken wir auch am immer dichter werdenden Verkehr. Wir fahren eine lange Straße entlang und kommen einem beeindruckenden Bauwerk immer weiter entgegen.
Nämlich der Nationalbasilika des Heiligen Herzens. Sie ist die fünftgrößte Kirche der Welt und absolut imposant. Sie wurde von 1905 bis 1970 erbaut.
Im Tucker Tempo geht es immer weiter der Innenstadt entgegen, bis wir vor dem Interparking Brussels - Parking Albertine stehen. Hier parkt man sehr zentral, und das Parkhaus ist hell und mit großen Parklücken. Also klare Parkempfehlung. 5 von 5 Rabensocken. Ein Teil der Gruppe muss auf die Toilette, weshalb wir den Hauptbahnhof aufsuchen. Hier bin ich auf das sauberste Klo gegangen, was ich je in einem Bahnhof gesehen habe. Inklusive Vogelgezwitscher. Wobei das kann man für 1 Euro Eintritt ja auch erwarten. Spaß.
4 von 5 Rabensocken. Wir gehen anschließend zu den Hopp-on-Hopp-off(HoHo) Bussen. Die Rabensocke Abzug ist dafür, dass teilweise die Audiokommentare auf Niederländisch sind oder sich doppeln.
Die nächsten 1,5 stunden erfahren wir viel über die Geschichte Brüssels und bekommen auch super viel zu sehen. Angefangen am Königspalast, der zu den prächtigsten offiziellen Gebäuden der belgischen Hauptstadt zählt und gleichzeitig Symbol der konstitutionellen Monarchie ist.
Als nächstes fahren wir am Europäischen Parlament vorbei. Das Gelände ist riesig und besteht aus verschiedenen, imposanten Gebäuden. Hier ist der Sitz der europäischen Regierung. Vertreter aller Länder kommen hier zusammen und stimmen über internationale Themen ab. Das Europäische Parlament setzt sich aus 720 Mitgliedern zusammen, die in den 27 Mitgliedstaaten der erweiterten Europäischen Union gewählt worden sind.
Immer weiter schlängelt sich der Bus seinen Weg durch die Stadt. Wir erfahren auch, dass Brüssel die Comic-Hauptstadt ist. Belgien ist stolz auf seine Künstler, die unter anderem Tim und Struppi, Lucky Luke und Asterix erfunden haben. Ihnen zu Ehren sind in der gesamten Stadt tolle Kunstwerke an die Wände gesprüht worden. Wir fahren an weiteren tollen Bauwerken und einigen Regenbogenzebrastreifen vorbei und lernen von der Rivalität zwischen den Flamen und Wallonen. Auch wenn Brüssel im flämischen Gebiet liegt, ist die Mehrzahl wallonisch geprägt. Die Hauptsprache ist also Französisch. Beide Kulturen leben aber schon lange nebeneinander her, auch wenn es oft Spannungen und Reibereien gibt. Es wurde zum Beispiel gefordert, dass beide Gruppen eine Regierungen haben sollen. Das geht natürlich nicht. Aber im großen und ganzen gibt es hier ein friedliches Miteinander ganz vieler Kulturen.
Ein Highlight jagt das nächste. 5 von 5 Rabensocken. Wir erreichen das Atomium. Aufgrund vieler Rezensionen haben wir uns dafür entschieden, nur von außen zu schauen und nicht hinein zu gehen. Und ich muss sagen, es war die absolut richtige Entscheidung. Von außen ein absolutes Must-See. Es ist das wohl bekannteste Wahrzeichen Brüssels und ist heute das Symbol der Hauptstadt. Eröffnet wurde das Atomium anlässlich der 1958 in Brüssel ausgerichteten Weltausstellung, bei der es zum großen Publikumsmagneten wurde. Eigentlich sollte es danach direkt wieder abgebaut werden, aber zum Glück für uns alle wurde es das nicht. Wir sind abends nochmal wiedergekommen, aber dazu später mehr.
Der Bus macht sich auf den Weg zum Ausgangspunkt, was auch ganz gut ist, denn wir sind mittlerweile echt platt. 5 von 5 Rabensocken. Von hier wollen wir uns nochmal den Königspalast, genauer anschauen und stolpern zufällig in einen Wachwechsel, der unter uns gesagt schon irgendwie echt affig aussieht. Aber Tradition ist eben Tradition. Und ich kann mir vorstellen, dass es für die Wachen eine große Ehre ist, hier arbeiten zu dürfen. Der Palast befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Hofes der Herzöge von Brabant, der 1731 ausbrannte. Auf der Grundlage zweier Herrenhäuser aus der Feder des Architekten Louis Montoyer begann der eigentliche Bau des Palastes 1820 unter König Wilhelm von Oranien. 1904 wurde er von Leopold II. im Stil von Louis XVI. umgebaut. Die Seitenflügel stammen aus dem 18. Jh. und werden durch zwei Pavillons abgegrenzt. Der Palast ist der Ort, an dem der König seine Privilegien als Staatsoberhaupt ausübt.
Für uns geht es weiter zum Europäischen Parlament. Denn auch wenn ich mit Politik so gar nichts am Hut habe, wollte ich das Zentrum der europäischen Politik schon einmal gesehen haben. Wir beobachten das bunte Treiben zwischen den riesigen Gebäuden. Überall laufen Menschen in schicken Anzügen und mit ein bis 4 Sicherheitskarten um den Hals herum. Hinter dem Parlament ist ein kleiner Park in dem jröne Papajeie (grüne Papageien) herumfliegen. Das ist übrigens ein Lied von Kasalla für alle, die sich jetzt wundern.
Wir wollen noch viel anschauen, und die Zeit wird langsam knapp, weshalb wir uns entschließen, die U-Bahn in die Stadt zu nehmen. Okay, zugegeben, vielleicht fahre ich einfach auch sehr gerne U-Bahn. Ich denke, es ist ein bisschen von Beidem. :)
In der Stadt angekommen, schlendern wir mit Menschenmassen vorbei am Brüsseler Opernhaus La Monnaie. Schaut euch mal im Internet das Innere dieses Gebäudes an. Absolut beeindruckend. Wir laufen aber nur von außen daran vorbei, weil wir ein anderes Ziel haben. Nämlich zur Galerie Royales Saint-Hubert. 5 von 5 Rabensocken. Im 19. Jahrhundert folgte Brüssel dem Pariser Beispiel, denn auch in der französischen Hauptstadt waren Ladenpassagen seinerzeit schwer en vogue. Die Galeries Royales Saint-Hubert okay, eigentlich sind es gleich drei Passagen, die Galerie de la Reine, die Galerie du Roi und die Galerie des Princes sind zweifellos die bekanntesten Ladenpassagen der belgischen Hauptstadt. Sie gehören zu den ältesten Einkaufspassagen der Welt. Kurz vor Mitte des 19. Jahrhunderts wollte man das Ansehen dieses Teils des Stadtzentrums ein wenig aufpolieren, und so konnte man im Juni 1847, das heißt nach gerade einmal 13 Monaten Bauzeit unter der Leitung des Architekten Jean-Pierre Cluysenaar, die drei Passagen einweihen. Das Ergebnis kann sich bis heute sehen lassen! Ursprünglich beherbergten die Passagen 70 Luxusboutiquen und 100 Privatwohnungen. In den Galeries Saint-Hubert fand übrigens die erste Kinovorstellung Belgiens statt, und auch die belgische Praline wurde hier, genauer gesagt in der Apotheke von Jean Neuhaus erfunden. Und selbst wenn ihr solche Sachen nicht mögt, ist selbst der Anblick absolut sehenswert.
Direkt neben den Einkaufspassagen liegt der Grand Place. 5 von 5 Rabensocken. Er zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als einer der schönsten Plätze der Welt. Das können wir definitiv bestätigen. Wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.
Hier findet man ganz verschiedene architektonische Stilrichtungen. Eingerahmt wird der Grand-Place von majestätischen Zunfthäusern, die überwiegend aus dem 17. Jahrhundert stammen. Das Rathaus von Brüssel, das Anfang des 15. Jahrhunderts, genauer gesagt 1402, erbaut wurde, springt uns als erstes ins Auge.
Der Grand-Place wird auch regelmäßig Schauplatz verschiedener Großereignisse, darunter das mittelalterliche Spektakel Ommegang und der berühmte Blumenteppich, bei dem der gesamte Platz mit einem riesigen Blumenmeer ausgelegt wird. Das haben wir leider nicht gesehen, aber grade als wir da sind, findet die Abschlussfeier einer Universität statt, bei dem die Absolventen wirklich feierlich verabschiedet werden. Ich muss mir wirklich ein Tränchen verdrücken, so schön ist das.
Ihr befindet euch übrigens in bester Gesellschaft, denn schon Schriftsteller wie Baudelaire und Victor Hugo und sogar Karl Marx verfielen dem Charme des Grand-Place. Na dann haben wir ja nochmal Glück gehabt.
Der Tag neigt sich dem Ende zu, und wir machen uns auf den Weg zum Auto. Aber ganz vorbei soll unser Tag in Brüssel dann doch noch nicht sein. Da war ja noch was, was wir besuchen wollten. Nämlich das Atomium bei Nacht. Vor dem Gebilde sind lange Parkstreifen, wo so spät gar nicht mehr so viel los ist. Einige Menschen schlendern durch den angrenzenden Park, machen Erinnerungsfotos oder genießen einfach den lauen Herbstabend. Wir parken und machen zunächst von weiter weg ein paar Bilder, ehe wir näher ran gehen und schließlich direkt unter dem Kunstwerk stehen. Das ist super beeindruckend, denn das Atomium ist 102 Meter hoch, hat 9 Kugeln mit je 18 Metern Durchmesser und 20 Verbindungsröhren mit 3,30 Metern Durchmesser. Es wiegt 2.500 Tonnen, wobei jede einzelne Kugel ca. 250 Tonnen wiegt. Ganz schöne Klopper. Die Form soll an ein Eisenmolekül erinnern, dass um das 165-milliardenfache vergrößert wurde. Im Inneren befinden sich verschiedene Ausstellungen zum Thema Wissenschaft und Design, ein Restaurant und ein Aussichtspunkt. Möchtet ihr das Atomium besuchen, kostet der Eintritt 16 Euro.
Ich mag es hier, denn die Atmosphäre ist irgendwie besonders. Einerseits sehr friedlich und doch so lebendig und schwer zu beschreiben. Aber trotzdem einfach schön. Wir machen auch hier einige Fotos und lassen die Situation auf uns wirken. Wir bleiben länger hier als erwartet, aber irgendwann geht auch der schönste Tag mal zu Ende und wir machen uns auf den 90 minütigen Heimweg.
juleundsocke_auf_reisen
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